Gengenbacher Schalk

Der Schalk ist die Hauptfigur der Gengenbacher Fasend.

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Gengenbacher Hexe

Wohl mit zu den bekanntesten und bedeutendsten Figuren der Gengenbacher Fasend zählt die Hexe.

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Gengenbacher Spättlehansel

Der Spättlehansel ist das "freundliche" Pendant zur Hexe.

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Fasendsfahrplan

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"Hoorig isch de Bär"

Gengenbacher Narrenruf

  • Der Schalk

  • Die Hexe

  • Der Spaettlehansel

  • Die Altgengenbacherin

  • Der Zunftmeister

  • Der Kläpperlisbub

  • Das Kläpperlismädel

  • Der Hemdeglunker

  • Der Lumpenhund

  • Der Bott

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Schalk

 

Der Schalk ist die Hauptfigur der Gengenbacher Fasend. Traditionell wird er am “Hemdeglunker“-Abend am mittelalterlichen Niggelturm von der Narrenschar mit Lärm und Getöse und dem Narrenspruch geweckt: "Schalk wach uf, Schalk mach mit, Schalk kum ra, ‘s isch Fasendszit!" In dem ehemaligen Gefängnis hat er symbolisch das ganze Jahr geschlafen. Das ist der Beginn der Gengenbacher Fasend und der Moment auf den alle Gengenbacher Narren sehnsüchtig gewartet haben. Alle Narren tragen weiße Nachthemden sowie Schlafhauben oder Mützen. Vom Turm zieht die Narrenschar noch immer lärmend zum Rathaus, wo der Schalk vom „Mär“ (Bürgermeister) den Stadtschlüssel überreicht bekommt. Er regiert über die ganze Fasendszeit, führt die Umzüge an und beglückt Erwachsene und Kinder mit seinen Spässen.

Am "Fasendzischdig" - der Dienstag vor Aschermittwoch - wird der Schalk kurz vor Mitternacht unter großem Wehklagen wieder in den Niggelturm verbannt.

Der Schalk ist eine Einzelfigur und trägt keine Maske, nur die Augenbrauen sind geschminkt. Sein Gewand sowie die Kopfhaube sind mit roten und silbernen Spättle gestaltet. Er hat zwei Hörner mit Glöckchen daran, symbolische Eselsohren, wie dargestellt in Sebastian Brants „Narrenschiff“ von 1494. Er trägt ein Cape mit dem Wappenfisch Gengenbachs und seine Füße stecken in Schnabelschuhen. Seine Insignien sind ein Szepter und eine Laterne.

Am Niggelturm befindet sich seit 1499 ein Relief aus Sandstein mit einem Schalkportrait, das zum Rathaus hin der Obrigkeit die Zunge herausstreckt. Sensationell wurden bei Ausgrabungen 2009 im Löwenbergareal mehrere Ofenkacheln mit Schalkmotiven gefunden, die um 1500 gestaltet worden waren.

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Hexe

 

Wohl mit zu den bekanntesten und bedeutendsten Figuren der Gengenbacher Fasend zählt die Hexe. Sie gehört zur Gengenbacher Fasend wie der Schalk zum Niggelturm und wie das Wasser in die Kinzig. Die Hexen zählen derzeit 190 aktive Hexen im Alter von 18 bis 90 Jahren. 1934 traten die Hexen erstmals offiziell an der Fasend in Gengenbach in Erscheinung. Beim Narrentreffen 1935 in Offenburg lösten sie bei ihrem Auftritt, bei dem sich die beiden ersten Hexen von Offenburg als Gäste der Narrenzunft Gengenbach angeschlossen hatten, einen wahren Boom aus.

Nachdem sie vorher Gaze- oder Drahtmasken getragen hatten, schnitzte ihnen Hans Irion für die Fasend 1938 die ersten sechs Holzmasken. Auch heute zieht diese lebendig wirkende Narrengestalt den Betrachter sofort in seinen Bann. Starrblickende Augen mit hochgezogenen Augenbrauen, eine wuchtige, gebogene Nase, bis zu vier Zähne mit Lücken, ein hervorstehendes Kinn, bis zu drei Warzen und ein geschnitzter Haaransatz sind die markanten Zeichen der aus Lindenholz geschnitzten Maske.

An das „Hexeg‘sicht“ ist ein Wiener- oder Kaschmirschal genäht. Die Hexe trägt den sogenannten „Peter“, ein am Rücken spitz auslaufendes Oberteil, einen roten Wollrock, darüber eine blau-weiße Schürze. Unter dem Rock blitzt eine knielange weiße, mit Spitzen besetzte, knielange Unterhose hervor. Dazu trägt sie bunt gestreifte lange Ringelsocken und Stroh- bzw. Welschkornschlappen.

Der Hexenbesen hat einen möglichst bizarren, knorrigen Stiel - je krummer desto besser Die Hexen sind ausnahmslos männliche Narren.

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Spättlehansel

 

Der Spättlehansel ist das "freundliche" Pendant zur Hexe. Die Lindenholzmaske lacht freundlich, die Augenbrauen sind hochgezogen, dazu haben sie einen Haaransatz mit Mittelscheitel. Das Häs des Gengenbacher Spättlehansels besteht aus einer Kopfhaube mit schwarzen Samthörnern mit Glöckchen, einer Jacke und Hose. Das gesamte Häs besteht aus sogenannten Spättle. Diese werden aus zweierlei bunten Stoffen geschnitten, zusammengenäht, gewendet und überlappend, dachziegelartig auf den Anzug genäht. Für ein Häs benötigt man ca.1200 doppelt genähte Spättle. Zum Häs werden dunkle Schuhe getragen. Der Spättlehansel schwingt in der Hand einen Stecken (oft Kochlöffel) mit einer „Saubloder“ (Schweinsblase), den ab und zu die Zuschauer zu spüren bekommen. Mancher neckt auch mit einer hölzernen Streckschere, an der oft Hüte oder Mützen „einfach hängen bleiben“.

Heute wird der Spättlehansel nur von Frauen getragen. Der Spättlehansel ist eine sehr alte Figur. Die Narren nähten früher Stofffetzen an ihre Kleider, die sie später wieder abtrennten um sie im Alltag wieder benutzen zu können. Heute ist das Häs kultiviert, die erste Holzmaske wurde 1938 getragen. Es folgten zwei weitere Holzmasken mit verschiedenen Gesichtsausdrücken. 1958 wurde von dem Gengenbacher Schnitzer Hans Irion die Maske mit einem Gesichtsausdruck entworfen, der bis heute als Modell für alle Spättlehansel dient.

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Alt-Gengenbacherin

 

Die elegantesten Erscheinungen im ansonsten urigen Fasendsgeschehen sind die Alt-Gengenbacherinnen. Sie sind entstanden 1935 anlässlich des Narrentreffens in Offenburg. Ihre Kostüme, die der verdiente Narrenrat und Schneidermeister August Glatz zusammen mit dem neuen Ornat des Narrenrates entwarf und anfertigte, gehen auf städtische, bürgerliche Festkleidungen des Spätbarocks, also des ausgehenden 18.Jahrhunderts zurück.

Das Gewand der Alt-Gengenbacherin besteht aus einem Reifrock, der als Unterrock getragen wird, dem Kleid aus Rock und Jacke, passender Kopfbedeckung (Schäf), farblich zum Kleid abgestimmten Handschuhen, geschlossenen schwarzen Schuhen und dem unverzichtbaren Beutel, der alles enthält, was eine feine Dame benötigt. Je nach Geschmack und Wetter wird zusätzlich eine Stola getragen.

Nach dem Krieg wurde die Alt-Gengenbacherin 1947 erstmals wieder im Offenburger Tageblatt erwähnt und 1954 von August Glatz erneut belebt, dieses Mal mehr als die Damenbegleitung für die Bürgergarde Gengenbach. So hatten sie verschiedene Auftritte, die nicht immer nur zur Fasendszeit waren.

Zur Fasend sind die Alt-Gengenbacherinnen an der Seite der zwölf Narrenräte, dies besonders beim Umzug am „Fasendsunndig“, aber auch beim Einzug der Narren am „Heitere Owe“, dem Zunftball der Narrenzunft, und bei anderen feierlichen Anlässen.

2008 wurde die Satzung der Narrenzunft Gengenbach geändert, wobei festgelegt wurde, dass von nun an die Alt-Gengenbacherin als feste Figur in der Narrenzunft gilt.

Da das Hauptgewand zu empfindlich und wertvoll ist, um es bei lockereren, gemütlicheren Anlässen oder in Lokalen zu beschädigen, wurde 2010 zum 75-jährigen Jubiläum der Alt-Gengenbacherinnen ein kleineres Häs als Ausgehkostüm geschaffen. Vorgegeben sind schwarze, graue und weiße Farbtöne. Es besteht aus einem Rock, einer weißen Bluse, einer schwarzen Weste, darüber ein Schultertuch, das mit einer besonderen Brosche zusammengehalten wird. In einem ovalen Rahmen ist ein feiner Seidenstoff gefasst, auf dem ein Öl-Porträt einer Alt-Gengenbacherin gedruckt ist. Zu dieser Kleidung tragen sie einen schwarzen Hut mit weißer Feder oder weißem Schleier, schwarze Handschuhe, ebensolche Schuhe und eine Pompadour-Tasche.

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Narrenrat

 

In der Vereinssatzung ist festgelegt, dass der Narrenrat aus 12 ehrwürdigen Männern der Gengenbacher Stadt besteht. Tatsächlich sind es nur Männer, die dieses oberste Gremium der Narrenzunft bilden. Dieses Gremium ist wiederum unterteilt in den geschäftsführenden Vorstand, mit Zunftmeister, Kanzler, Sekretarius und Säckelmeister. Die anderen acht Räte haben ebenfalls ihre speziellen Arbeitsgebiete wie etwa für das Narrenmuseum oder die Musik. Diese sind jedoch bis auf das des Zeremonienmeisters nicht besonders bezeichnet. Zu den Narrenratssitzungen - ungefähr 11 bis 12 im Jahr - sind auch die Ehrennarrenräte und der Ehrenzunftmeister eingeladen. Sie sind jedoch nicht stimmberechtigt. Ihre Meinung wird aufgrund ihrer Erfahrung jedoch gerne gehört. Die Sitzungen finden üblicherweise im Narrenstüble ganz oben im Rathaus mit festgelegter Tagesordnung statt. Eine jedes Jahr angesetzte "Klausur" meistens auf dem im Sondersbach gelegenen „Mooshof" rundet die Zahl der Sitzungen ab.

Alle drei Jahre wird der Narrenrat am 11.11. an der Generalversammlung neu gewählt. Er ist verantwortlich für den Gesamtablauf der Fasend. Seit dem 11.11.2016 ist der Narrenrat um ein für die Musik zuständiges Mitglied von 11 auf 12 Personen erhöht.

Die Kleidung, das „große Ornat“, besteht seit 1935 für den Außenbereich aus einem schwarzen, talarähnlichen Samtkittel mit auffallendem weißen Kragen, roter Kniebundhose, weißen Strümpfen und einer Allongeperücke, die für die Fasend 2016 von einem venezianischen Perückenmacher neu gestaltet wurde. Diese Perücke ist nun stilechter, perfekter und auch kostbarer mit den echten grauen Haaren.

Das „kleine Ornat“ für gesellschaftliche Anlässe besteht anstelle des Talars aus einer kurzen Samtjacke mit einer weißen Kragenbinde. Die Perücke entfällt und wird ersetzt durch ein schwarzes Samtbarett mit zwei großen Federn, einer roten und einer weißen.

 

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Klepperlisbub

 

Der Klepperlisbub ist die erste richtige Fastnachtsfigur in Gengenbach, die durch Schriften belegt ist.

Klepperlisbuben sind, wie man dem Wort schon entnehmen kann, nur Jungen. Über die Herkunft des Klepperns gibt es viele Spekulationen. Fest steht, dass es in unserem südwestdeutschen Brauchtumsgebiet neben Gengenbach nur in Radolfzell, Waldkirch und Haslach aktiv zur Fasendszeit ausgeübt wird. Größere Holzklappern hingegen werden zur Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Karsamstag bei Gottesdiensten in Süddeutschland und in der Schweiz genutzt. 

Da die Klepperlisbuben von Gengenbach schon am 15.02.1858 in einer Narrenanzeige im „Ortenauer Bote“ als „Kleppergarde“ anlässlich eines Auftritts erwähnt sind, ist davon auszugehen, dass es sie schon vorher gab. Möglicherweise gehörte damals das Kleppern zu einer Art Kindergeschicklichkeit, wie man das kennt, wenn Kinder den Tanzknopf geißelten, einen Kreisel tanzen ließen, Murmeln schnippten, über Seile hopsten, Fädenverknotungen vornahmen oder den Hula-Hoop-Reifen in Schwingung brachten usw. Der Verfasser dieses Textes hat 1963 mit flachen Steinen am französischen Mittelmeerstrand gekleppert, worauf ein alter Mann kam und sagte, er habe das als Junge auch gekonnt; ähnlich war eine Begegnung in den 90er-Jahren in Holland, wo ebenfalls ein Alter das Kleppern kannte. In den USA gibt es heute noch Klepperliswettbewerbe, allerdings nicht mit Klepperli aus Holz, sondern aus Knochen. Dort kleppern Männer rhythmisch zu Melodien, ähnlich wie die Radolfzeller bei ihren Wettbewerben.

Schon 1897 wurde das heutige Klepperlislied gesungen, benannt als „Festgruß der Klepperer“ anlässlich des Festes der „Verleihung der bürgerlichen Freiheiten und Rechte durch Kaiser Karl IV. an die Stadt im Jahre 1347“. Allerdings gab es da fünf Strophen, von denen Jahre später zwei Strophen gestrichen wurden. An den restlichen drei Strophen sind nur minimale Textänderungen vorgenommen worden.

Auch 1935, als die Gengenbacher Hexen beim Narrentreffen in Offenburg teilnahmen, waren 15 Klepperlisbuben in ihrem heutige Häs dabei. Neben den Klepperli hatten die Buben Stecken mit Saublodere (Schweinsblasen), mit denen sie ihren Unfug trieben, indem sie diese den Leuten auf den Kopf oder Rücken schlugen. Vom gleichen Jahr existiert ein weiteres Foto mit 19 Klepperlisbuben mit ihrem Klepperlismeister August Bayer in dessen Backstube.

Das Häs besteht aus einer blau-weiß gestreiften Küferbluse, auf der linken Schulter angenäht ein kleiner Heubüschel für „heirum!“ („linksum!“) und auf der rechten ein Strohbüschel für „straurum!“ („rechtsum!“) zum Exerzieren, wie es die Buben früherer Jahre gerne dem Militär nachahmten, dazu ein rotes Halstuch mit weißen Tupfen, zusammengehalten mit einer Streichholzschachtel, eine schwarze Wollmütze mit Bommel und schwarze Hosen.

Seit 1992 findet am Nachmittag des Fasendsamschdig der Klepperliswettbewerb statt, zunächst auf dem Winzerhof, um den Platz mit dem Narrenbrunnen an der Fasend zu beleben. Später wurde er wegen der Unwägbarkeiten des Wetters in den Klosterkeller verlegt. 2017 war er auf den Rathausplatz. In jeder der zwölf Altersgruppen gibt es Sieger, vom „Herzknepfli“ bis zur „Strickliese“ und vom „Knäggis“ bis zum „Kleffeeri“.

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Klepperlismaidle

 

Eine kleine „Rebellion“ der weiblichen Nachwuchsnarren Gengenbachs führte in den Jahren 2005 und 2006 dazu, dass sich eine kleine Gruppe Mädchen beim Umzug am Fasendsunndig als „Klepperlismaidli“ feiern ließ. Schließlich gab es immer Mädchen und Frauen, die kleppern konnten und auch beim Klepperliswettbewerb mitmachten, nicht selten besser, als die Buben bzw. Männer. 2007 trat die Gruppe der Klepperlismaidli das erste Mal „offiziell“ auf und ist seither fester Bestandteil der Gengenbacher Narrenzunft. Es wurde bewusst darauf verzichtet, die Mädchen mit den Jungen zu mischen, da die Figur der Klepperlisbuben wesentlich älter ist und sich daher auch das Klepperlislied ausschließlich auf Buben bezieht. Für die Klepperlismaidli wurde extra ein Häs entworfen, ein Klepperlismaidli-Lied gedichtet und komponiert, alles passend zum Stil der Gengenbacher Fasend. Der allgemeine Gengenbacher Klepperli-Rhythmus wurde beibehalten. Die „Klepperli“-Karriere beginnt wie bei den Buben mit dem Alter, wo man kleppern kann und endet mit dem 18. Lebensjahr.

Das Häs besteht aus einem dunkelblauen Wollstoff-Rock bis unter die Knie, darunter weiße Strümpfe und schwarze Schuhe, überm Rock ein weiß-blau gestreifter Schurz, am Oberkörper eine ärmellose Weste, die Oberarme mit weißen Pluderärmeln, die unten in Manschetten auslaufen, dass gut gekleppert werden kann. Aus dem gleichen Stoff wie die hinten spitz auslaufende Weste hat das Klepperlismaidli eine Umhängetasche und ein breites Stirnband, traditionell gemustert wie die Hexenpeter. Jedoch kann jedes Mädchen eine andere Farbe wählen. Dazu gehört ein rotes Halstuch mit weißen Tupfen, zusammengehalten mit einem extra dafür durchlöcherten Klepperli.

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Hemdeglunker

 

Der Hemdeglunker ist immer dreieinhalb Wochen vor dem Aschermittwoch. Er läutet in Gengenbach die hohe Narrenzeit ein. Jeder richtige Narr fiebert diesem Samstag Ende Januar oder Anfang Februar schon Tage vorher entgegen. Das "Häs" eines richtigen Hemdeglunkers: Ein weißes Nachthemd, darunter eine knielange, weiße Spitzenunterhose, bunte Ringelsocken bis zu den Knien und Strohschuhe, ergänzt durch ein rotes Halstuch mit weißen Tupfen, welches mit einer Streichholzschachtel zusammengehalten wird, und letztendlich noch die weiße Schlafmütze.

Am Hemdeglunker-Abend wird am Niggelturm, dem mittelalterlichen Gefängnis, der Schalk als Gengenbacher Hauptfigur geweckt, weil er dort das ganze Jahr über trotz des Museumsbetriebs geschlafen hat. Somit ist es notwendig, ein Krachinstrument bei sich zu haben. Beispiele hierfür sind: Ein alter Kochtopf mit Kochlöffeln, alten Blechdosen, Bettflaschen aus Metall, mit Steinen gefüllt, Klappern, Klepperli, Rätschen, Tröten und andere Blasinstrumente, halt alles, was Krach erzeugt, und nicht zuletzt die eigene Stimme: „Schalk, wach uf, Schalk, mach mit, Schalk, kumm ra, ’s isch Fasendszit“! So brüllen alle hoch zur Turmbrüstung, wo sich demnächst der Schalk zeigen wird.

Nach einem furiosen Feuerwerk erscheint der Schalk oben auf Niggelturm unter ohrenbetäubendem Jubel, trägt unten über dem Toreingang sein Gedicht vor. Mit ihm zieht die Hemdeglunkerschar im Triumphzug vor’s Rathaus, wo der Zunftmeister vom Mär (Bürgermeister) den goldenen Stadtschlüssel überreicht bekommt. Die Klepperlisbuben und die Klepperlismaidli sind wie die anderen Narren auch im Nachthemd. Nach der Schlüsselübergabe singen beide Gruppen ihre Lieder und kleppern, wonach die Stadtkapelle den Narrenmarsch spielt und alle Narren mitsingen und tanzen.

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Lumbehund

 

Der Lumbehund, andernorts Wust, Wuescht oder Usg‘stopfter genannt, ist wohl neben dem Spättlehansel die ursprünglichste Fasendsfigur von Gengenbach. „D´Fasend fangt im Ewerdorf a!“ Das ist eine unantastbare Regel der Gengenbacher Narren. Im Oberdorf waren viele Bauern ansässig. Sie waren meist sehr arm und konnten sich keine aufwendige Maskerade leisten. Damit bei Veranstaltungen auch die armen Leute mitfeiern konnten, wurde normale Arbeitskleidung und auch solche von dicklicheren Leuten mit Heu und Stroh ausgestopft und mit bunten Flicken versehen. Schon war ein neues „Häs“ geboren! Knöpfe gab es an den Jacken und Hosen selten, da es diese schon beim Ausstopfen wegsprengte. Sie werden heute durch Schnüre ersetzt. Das Gesicht wurde mit einem alten Lumpen verdeckt, in den einfach für Mund und Augen Löcher eingeschnitten wurden. Ganz Sparsame verschmierten sich das Gesicht mit Ruß, man wollte ja nicht erkannt werden! Als Kopfbedeckung diente ein alter Hut. In der Hand schwang der Vogelscheuche ähnlich sehende Narr eine lange „Wied“, eine Weidengerte, ein altes Frühlingssymbol. Damit wurden die zahlreichen Kinder „gefitzt“, die die Lumbehunde neckten. Wer zu nahe kam, bekam die Gerte empfindlich zu spüren.

Heute ziehen die Lumbehunde mit den Hexen im Umzug und sorgen mit ihrer Schwerfälligkeit und Behäbigkeit für viel Gelächter. Da steht auch mal eine Hexe auf dem geschubsten, hingefallenen und auf dem Boden liegenden Lumbehund, der daraufhin unter großer Anteilnahme des johlenden Publikums „wiederbelebt“ wird. Jahr für Jahr stecken in diesem Häs die Neuhexen.

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Bott

 

Der Bott, oder wie er früher hieß, der Unzuchtmeister, ist wie der Schalk eine Einzelfigur der Gengenbacher Fasend. Er wurde 1972 ins Leben gerufen und ist bei fast allen großen Veranstaltungen der Narrenzunft dabei. Beim „Heiteren“ führt er mit durchs Programm, die Umzüge am Sonntag und Dienstag leitet er zusammen mit dem Schalk von der Spitze weg an.

Am Mittwoch beim „Beseufstelle“ trifft sich der Bott ab 18:00 Uhr mit den Klepperlisbuben und den Klepperlismaidli im Klosterkeller, um mit der närrischen Kinderschar zunächst ins Ewerdorf, dann durch die Gassen und Straßen der Altstadt zu ziehen und bekannt zu machen, dass nun die Straßenfasend beginnt. Anschließend holt er die Hexen aus dem Klosterbereich ab, um sie mit ihrem überdimensionalen Hexenbesen auf den Marktplatz zu geleiten. Auch die Spättlehansel, die mit dem Feuerhaken traditionsgemäß vor dem Niggelturm warten, werden vom Bott abgeholt. Zu guter Letzt ziehen die Klepperlisbuben vom Kinzigtorturm und die Klepperlismaidli vom Narrenbrunnen auf das große Marktplatzdreieck. Inzwischen ist der Bott oben im Rathaus und kündigt dort vom Balkon mit einem Spruch den Narrenrat an. Das Aufstellen vom Hexenbesen und Feuerhaken und der anschließende Hexentanz können beginnen.

Als Zeichen seiner Funktion hat der in Rot gekleidete Bott mit weißen Kniestrümpfen und einem landknechtsartigen roten Barett eine Urkundenrolle in einer Hand. Dazu läutet er mit der anderen Hand für all seine Ankündigungen unüberhörbar die Glocke.

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© 2017 Narrenzunft Gengenbach 1499 e. V. zuletzt aktualisiert am: 11.11.2017, 11:11:11